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I keep you my dirty little secret
I just want back in your head.

Ich habe vorhin aus Eifersucht sein Emailfach durchforstet, dabei stieß ich auf eine Mail, die er an sich selbst geschrieben hatte.

Heute habe ich einen Blog meiner Freundin gefunden, gerade vor 5 Tagen angelegt. Sie führt ihn ohne mein Wissen. Das ist ungewöhnlich, normalerweise sagen wir uns immer alles. Als ich den ersten und einzigen Eintrag aber las, wurde mir schon klar, warum ich davon nichts wusste.


„Doch irgendwo bin ich jemand, der viel Wert auf Worte legt. Auf Geschriebenes. Er weiß das, er schreibt mir drum Liebesbriefe, Geständnisse. Jede Frau würde auf der siebten Wolke schweben. Ich tu's eben nicht. Seine Worte haben eben nicht das, was ich brauche, das, was ich verlange. Trotzdem war's nie schlimm.


Vor zwei Tagen kam dann er in mein Leben gerannt. Er hat sich mehr oder minder verlaufen. In meinem Labyrinth, wie er so schön sagte. Und er hatte die Worte, die mir fehlten, den Blick, der mir fehlte. Die Stärke, die Tiefe, die Verwegenheit, die mir fehlte.

Und so merke ich, wie dieser jemand mein Inneres über den Haufen wirft. Mein Leben wieder kaputt macht. Und mir, mir bringt das noch so unheimlich viel Spaß. Ich fühl' mich, wie die Ehefrau, die sexy durch Bars schlendert, damit sie wieder sieht, wie begerenswert sie in echt ist.


Meine Gedanken sind fremd gegangen. Sogar meine Träume tun's. Und ich hasse mich dafür und genieße es.“


Sie verwendet den Satz „I keep you my dirty little secret.“ Als wenn das allein nicht schon genug schmerzen würde, nein, das ist ein Satz von einem Bild, das sie mir geschickt hat, als wir uns noch kennenlernten. Sie schickte es MIR. Und jetzt hat sie vor mir genau dieses Secret.


Schon beim Lesen fing ich an zu zittern, tausende halbfertige Gedanken schossen mir durch den Kopf. Es tut unheimlich weh, mit jedem Wort, mit jedem Mal Lesen mehr, mir wird schlecht, meine Augen feucht.


„Wer ist er?“

„Woher kennt sie ihn?“

„Warum erzählt sie mir sowas nicht? Sie ist der ehrlichste Mensch, den ich kenne, es kann nicht so sein, wie es dort steht. Kann sie mir so viel verschweigen?“

„Unsere Beziehung läuft gerade sowieso schon schlecht, wird das jetzt der Todesstoß?“

„Sie hatte schon mal so einen heimlichen Blog, aber nur aus Lust am Schreiben, ohne Realitätsbezug, ist das auch wieder so einer?“

„Würde ich in dieser Situation um sie kämpfen?“

„Das ist genau das, wovor sie bei mir immer am meisten Angst hatte, dass ich eine andere habe und es verschweige. Und jetzt ist sie selbst so? Jetzt tut sie selbst das, wovor sie am meisten Angst hat? Kann das sein?“

Aber vor allem:


„Was soll ich tun?“


Die Antwort auf diese Frage ist dieser Text und „Abwarten.“. Es kann sein, dass es ein Blog nur um des Schreibens willen ist, deswegen wäre es klüger abzuwarten, statt mit der Tür ins Haus zu fallen. Allerdings ist das, was dort geschrieben ist, nicht ihr Schreib-Stil, sie schreibt sonst anders, metaphorischer. Das hier war direkt. Direkt in mein Herz.


Aber selbst wenn diese Sache den Gang geht, den ich befürchte - sie redet weiter mit ihm, er umwirbt sie weiter, vielleicht treffen sie sich, also im schlimmsten Fall ein erotisches Abenteuer - sollte ich ihr diese Freiheit nicht gewähren, solange ich ihrer Liebe sicher bin? Es würde mir weh tun, wahnsinnig weh tun, klar, aber das ist sie mir wert.

Vom Super-GAU, dass ich auch ihre Liebe verliere, will ich jetzt nicht ausgehen. Obwohl ich mir im Moment nicht sicher bin, wie sehr mir das derzeit schmerzen würde. Vermutlich nicht so wie sonst. Wir haben eine Woche voller Streit hinter uns und jeder Streit sägt an unserem Seil, das uns verbindet. Dieses Seil ist im Moment nur ein dünner Faden. Zumindest auf meiner Seite. Ich war schon soweit, dass es mir teilweise fast sogar egal war, wie es ihr gerade ging, wenn wir gestreitet haben, einfach weil ich nicht mehr konnte, immer nur Streit, Streit, Streit. Also wie gesagt, im Moment. Wie sich diese Sache darauf auswirkt, weiß ich nicht. Ich vermute, es weckt den Willen zu Kämpfen in mir. Aber für wie lange? Bis das vorbei ist? Und dann ist es wieder wie jetzt? Dann bin ich aber immer noch nicht so wie sie mich gerne hätte, ihr fehlt dann trotzdem noch etwas. Hat das dann überhaupt noch Sinn?


Ich warte auf den nächsten Eintrag. Und hoffe.


Bis dahin wird sich der Satz „Meine Gedanken sind fremd gegangen. Sogar meine Träume tun's. Und ich hasse mich dafür und genieße es.“ und die Gewissheit, dass ich nicht das bin, was sie braucht, nicht genug bin, weiter in meinen Kopf fressen und nicht mehr verschwinden. Ich hoffe, ich kann das gut genug vor ihr verbergen.

Das zu lesen war hart, aber gerecht. Es war gut, dass er das hier gefunden hatte.

Als er mich anrief heute Abend, brich ich sofort in Tränen aus. Er tat unwissend, bis ich alles direkt ansprach. Ich entschudligte mich, sagte ihm, wie leid es mir tut, dass ich es verstehe, wenn er mich hasst.

Doch er blieb normal. Sagte mir, dass er mich liebt. Dass alles okay ist und er sich höchsten die Schuld selbst gibt.

Ich weiß, dass er der perfekte Mann für mich ist. Wie er schon sagte, wenn ich jemanden liebe, dann für immer. Wenn ich mit jemanden zusammen bin, dann für immer. Ich bin die Liebe. Und ich liebe von ganzen Herzen nur ihn.

 

Eigentlich sollte dieser Eintrag länger werden, aber mir fehlen die Worte, weil ich so glücklich bin, dass er mir verzeiht. Das ist Liebe.

22.4.09 20:35
 


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